Ende Mai 2021 erfolgte sie Zulassung von Ponesimod (Ponvory®) zur Behandlung der schubförmig remittierenden Multiple Sklerose mit aktiver Erkrankung über die Europäische Arzneimittelbehörde EMA.

Der Wirkstoff Ponesimod gehört zur Gruppe der Sphingosin-1-Phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulatoren und ist somit neben Fingolimod, Siponimod und Ozanimod der 4. Wirkstoff aus dieser Gruppe, der eine Zulassung zur Behandlung der MS erhielt. S1P-Rezeptor-Modulatoren verhindern das Ausströmen aktivierter Entzündungszellen aus den sekundären lymphatischen Organen (z.B.: Lymphknoten) ins Blut und damit ins Gehirn. Somit führen sie zu verminderter Entzündung im ZNS und einer Kontrolle aktiver Multipler Sklerose.
Ponesimod bindet mit hoher Affinität an dern S1P1-Rezeptor, der an den Lymphozyten lokalisiert ist, wodurch Nebenwirkungen an anderen Organen minimiert werden sollen.

Ponesimod (Ponvory®) der Firma Janssen erhielt die Zulassung für aktive Formen der schubförmig remittierenden MS. Das bedeutet, dass Krankheitsaktivität in Form von Schüben oder Entzündungsaktivität im MRT vorhanden sein muss.

In der zur Zulassung führenden Studie OPTIMUM wurde Ponesimod im Vergleich zu Teriflunamid getestet. Es zeigte sich eine Überlegenheit von Ponesimod im Bezug auf die annualisierte Schubrate und Reduktion der MRT-Aktivität. Auch die im Bezug auf Fatique-Symptomatik zeigte sich eine statistisch signifikante Reduktion unter Ponesimod im Verlgeich zu Teriflunamid.

Das Sicherheitsprofil war vergleichbar mit den anderen S1P-Rezeptor-Modulatoren. Durch eine kurze Halbwertszeit und damit schnell reversible Effekte auf das Immunsystem könnten sich Vorteile in Hinblick auf nötige Impfungen oder Familienplanung ergeben. Ein Erstmonitoring wie bei Fingolimod wird bei Patienten ohne kardiologische Vorerkrankungen nicht notwendig sein.

Das Medikament wird oral als Tablette einmal täglich zum Einnehmen sein.

Bevor Ponesimod in den Erstattungskodex der Sozialversicherung aufgenommen wird und somit auf Rezept erhältlich ist, muss ein Antragsverfahren in Österreich absolviert werden. Das heißt, dass es bis zur tatsächlichen Verfügbarkeit in Österreich noch dauern kann. Wir halten Sie am Laufenden!