Was ist Fingolimod?

Fingolimod ist ein sogenannter S1P-Rezeptor-Modulator.

Es verhindert, dass Lymphozyten aus den Lymphknoten und Immunorganen in die Blutbahn und ins Zentrale Nervensystem wandern, wo sie an der Zerstörung der Myelinscheiden entscheidend beteiligt sind.

Fingolimod war das erste für MS zugelassene Medikament in Tablettenform, die Zulassung in Europa erfolgte 2011.

Welche Präparate gibt es zur Fingolimod-Therapie in Österreich?

In Österreich ist Fingolimod unter dem Namen

  • Gilenya® 0,5 mg Kapsel 1x/Tag
  • Fingolimod ratiopharm® 0,5mg Kapsel 1x/Tag
  • Fingolimod Zentiva® 0,5mg Kapsel 1x/Tag
  • Fingolimod „neuraxpharm“® 0,5mg Kapsel 1x/Tag

erhältlich.

Fingolimod ist für erwachsene Patienten mit hochaktiver, schubförmiger Multipler Sklerose zugelassen sowie für Kinder und Jugendliche ab dem 10. Lebensjahr.  Dies betrifft sowohl Patienten, die trotz einer Langzeitbehandlung hohe Krankheitsaktivität aufweisen, als auch Patienten mit rasch fortschreitender schubförmig verlaufender MS (auch wenn sie noch keine Langzeittherapie erhalten haben).

Gibt es Nebenwirkungen bei Fingolimod-Therapie?

Als Nebenwirkung kann es zu einer herabgesetzten Herzfrequenz (Bradykardie) kommen. Ist eine Herzerkrankung bekannt, muss eventuell vor Therapiebeginn eine kardiologische Untersuchung erfolgen. Bei Ersteinnahme ist eine 6-stündige Überwachung vorgeschrieben.
Regelmäßige Kontrollen der Leberwerte sind erforderlich, da es in seltenen Fällen zu einer Erhöhung dieser kommen kann. Auch das Blutbild muss regelmäßig Kontrolliert werden. Eine weitere seltene Nebenwirkung ist das Makulaödem (Flüssigkeitsansammlung unter der Netzhaut, die unscharfes Sehen hervorruft). Eine Augenärztliche Kontrolle nach ca. 4 Monaten wird daher empfohlen. 1xjährliche Hautarztkontrollen sind aufgrund eines gering erhöhten Risikos für gutartige Hauttumore (Basaliom) erforderlich. Unter Fingolimod besteht -ähnlich zu anderen MS-Therapien, ein geringes Risiko zur Entwicklung einer sog. PML. regelmäßige Kontrollen im MS-Zentrum und regelmäßige MRT-Kontrollen sind daher nötig.
Einen detaillierten Überblick über mögliche Nebenwirkungen erfahren Sie von Ihrem Arzt oder der Packungsbeilage.