Fatigue ist ein sehr häufiges Symptom der Multiplen Sklerose. Ein Großteil der MS-Betroffenen kennt Fatigue in mehr oder weniger starker Ausprägung. Im Verlauf einer MS-Erkrankung sind > 75% der Patienten betroffen, für ca. 10-20% der Betroffenen stellt sie sogar das belastendste Symptom der Erkankung dar.
Fatique beschreibt eine aborme körperliche und geistige Erschöpfbarkeit. Dies geht deutlich über eine „normale“ Müdigkeit, die auch jeder Gesunde kennt, hinaus. Die eigenen Kraftreserven, quasi Batterien, erschöpfen sich um vieles schneller als bei Gesunden.
Die Fatigue zählt zu den sogenannten unsichtbaren Symptomen der MS. Anders als bei offensichtlichen Einschränkungen, wie zum Beispiel das Gehen mit einem Stock, wird die Fatigue von der Umgebung meist nicht wahrgenommen oder verstanden. Gerade dieses fehlende Verständnis der Mitmenschen macht dieses Symptom der MS so belastend.
Viele Betroffene werden mit Aussagen wie: „Trinke halt einen Kaffee“, „Ich bin auch manchmal müde“, „Musst einfach früher schlafen gehen“ oder „Jetzt reiß dich einfach mal zusammen!“ konfrontiert. Grund für diese Aussagen sind meist fehlendes Wissen über die unüberwindbare bleierne Müdigkeit der Fatigue.
Was tun bei Fatigue?
- reden Sie mit ihrer Familie, ihren Freunden und wenn möglich mit ihren Arbeitskollegen über ihre Fatigue. Aufklärung kann hier zu mehr Verständnis und Rücksichtnahme verhelfen.
- Fatigue ist bei den meisten Patienten bei Hitze verschlechtert. Meiden Sie Hitze, sorgen Sie für ausreichend Kühlung z.B. mit Klimatisierung, kühlen Bädern oder Kühlbekleidung.
- manche Faktoren begünstigen eine Fatigue, z.B. gestörter Nachtschlaf (wie z.B. durch eine Blasenstörung), Depressionen, eine Schilddrüsenunterfunktionen, Blutarmut oder Medikamenten-Nebenwirkungen.
Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt darüber. Eine Behandlung dieser „Nebenschauplätze“ kann oft zu einer deutlichen Verbesserung der Fatigue führen. - regelmäßiges körperliches Training wird bei Fatigue empfohlen. Hier sollte besonders auf moderates Ausdauertraining Wert gelegt werden. Aber Vorsicht: mit Maß und Ziel arbeiten! Körperliche Überforderung beim Training kann die Fatigue vorübergehend verschlechtern.
- Planen und strukturieren Sie ihren Tag.
Regelmäßige Pausen können helfen, den Tag besser bewältigen zu können. Im Idealfall sollten Pausen rechtzeitig eingelegt werden. Wenn die körpereignen Batterien schon auf Null sind, kommt eine kurze Pause oft zu spät.
Hier kann auch ein Fatigue-Tagebuch helfen: wann kommt es bei mir üblicherweise zu einem Einbruch der Energie? So können prophylaktische Pausen besser geplant werden und wichtige Termin zu Tageszeiten geplant werden, wo man noch fit ist.
Gerade im stressigen Arbeitsalltag kann dies natürlich schwierig sein. Hier ist alles erlaubt was hilft: tragen Sie Ihre kurzen Pausen als Termin am Terminplaner ein, um im Trubel nicht darauf zu vergessen. „Verstecken“ Sie sich einfach mal für 5-10 Minuten auf der Toilette um dort in Ruhe ohne komische Blicke der Arbeitskollegen ihre Akkus auftanken zu können. - Sprechen Sie mit Ihrem betreuenden MS-Arzt über die Symptomatik.