Schlafstörungen sind ein häufiges Problem bei Multipler Sklerose. Ca. 3/4 aller der MS-Betroffenen leidet an Schlafstörungen.
Dies führt zu Problemen: die Lebensqualität leidet, eine verstärkte Fatique-Symptomatik kann auftreten. Gleichzeitig kann eine Selbsttherapie mit frei verkäuflichen oder vom Hausarzt verschriebenen Schlafmitteln wiederum zu Fatique-Problemen führen.
Die Ursachen für Schlafstörungen bei MS sind unterschiedlich. Manchmal rauben Sorgen um die eigene Gesundheit den Schlaf und führen zu nächtlichem Gedankenkreisen. Depressionen und psychische Belastungen können zu Schlaf beeinträchtigen.
Aber auch körperliche Beschwerden, die durch die MS hervorgerufen werden, können Grund für schlaflose Nächte sein. So stören z.B. Blasenstörungen oder Schmerzen durch Spastik die Nachtruhe.
Manche Medikamente, wie z.B. Interferone, können durch ihre Nebenwirkungen Schlafstörungen verstärken.
Wichtig ist auch eine Abklärung bezüglich anderer möglicher Ursachen für eine Schlafstörung. MS-Patienten haben ein ca 4-fach höheres Risiko, an einem Restless-legs-Syndrom zu erkranken. Auch gibt es Hinweise dafür, dass MS-Patienten ein erhöhtes Risiko haben, an schlafbezogenen Atemstörungen zu leiden.
Was kann ich selber tun, wenn es mit dem Schlafen nicht klappen will?
Achten Sie auf die sogenannte Schlafhygiene:
- sorgen Sie für eine angenehme Schlafumgebung: kühle Temperaturen, frische Luft, Luftbefeuchtung im Winter, den Temperaturen angepasste Bettwäsche
- störende Lichtquellen entfernen oder minimieren: Jalousien oder ausreichend dichte Vorhänge, auch kleine künstliche Lichtquellen wie Handy oder Ladegeräte können den Schlaf stören, bei notwendigem Licht (Nachtlicht) auf die Farbe und Helligkeit achten, eventuell kann hier ein Nachtlicht mit Bewegungssensor helfen.
- das Schlafzimmer sollte nach Möglichkeit nur zum Schlafen genutzt werden. Arbeiten, Fernsehen oder langes Lesen im Bett kann Schlafstörungen begünstigen. Das Bett ist da zum Schlafen und für Sex!
- kein Alkohol vor dem Schlafengehen. Auch wenn Alkohol von manchen als „Einschlafhilfe“ missbraucht wird führt er zu einer Störung der Schlafstruktur und ist Gift für Schlafstörungen.
- Rauchen sollte vor der Schlafenszeit vermieden werden
- kein Kaffee oder anregende Teesorten am Nachmittag/Abend
- Einschlafrituale (zb. warme Milch mit Honig, entspannende Musik…) wirken sich positiv auf einen gesunden Schlaf aus
- keine großen Völlereien vor dem Schlafengehen, ein hungriger Magen kann allerdings auch wach halten.
- planen Sie zwischen Ihrem Alltag und der Schlafenszeit eine „Pufferzone“ in der man den Tag ausklingen lässt.
- wenn Sie in der Nacht aufwachen vermeiden Sie helles Licht und schauen Sie wenn möglich nicht auf die Uhr
Wenn Sie an starken oder lang andauernden Schlafproblemen leiden, dann sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber! Schlaflosigkeit ist ein häufiges Problem, das aber meist gut behandelt und gelöst werden kann.