Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist eine sehr wichtige Untersuchung bei Multipler Sklerose, sowohl bei Diagnosestellung als auch im Verlauf. Das MRT arbeitet mit einem sehr starken Magnetfeld. Die Stärke des Magnetfeldes wird in Telsa (T) angegeben. Üblich sind Feldstärken von 1,5 oder 3 Tesla, in der Forschung und Wissenschaft werden auch höhere Feldstärken, zB.: 7 Telsa, verwendet.

Durch das sehr starke Magnetfeld sind aus Sicherheitsgründen Metallteile im MRT nicht erlaubt. Metallteile erhitzen im MRT und können dadurch Verbrennungen und im Ernstfall schwere Verletzungen verursachen.

Alle Schmuckstücke oder metallischen Kleidungsstücke (z.B.: BH-Verschluss) müssen vor der Untersuchung entfernt werden. Dies gilt auch für Piercings oder sonstigen Körperschmuck. Bei frisch gestochenen Tattoos (erste 6 Wochen) ist Vorsicht geboten. Bei älteren Tattoos (vor 1990 gestochen) sollte mit dem Radiologen vor der Untersuchung rückgesprochen werden.
Auch Metallsplitter im Körper (Granatsplitter, Eisensplitter,..) können Probleme machen. Ob eine MRT Untersuchung möglich ist gehört vor der Untersuchung mit dem Radiologen geklärt.

Gelenksprothesen, Platten oder Schrauben (z.B.: nach Knochenbrüchen) werden seit den späten 80er Jahren aus MRT-tauglichem Material hergestellt und sind so üblicherweise kein Problem. Ein entsprechender Implantat-Ausweis ist vorzuweisen, hier ist die MRT-Tauglichkeit des Implantates vermerkt.

Herzschrittmacher, Defibrillatoren, Cochleaimplantate und verschiedene implantierte Medikamentenpumpen können zu Einschränkungen oder MRT-Untauglichkeit führen. Manche modere Geräte sind für das MRT zugelassen, oft sind aber spezielle Kontrollen und Überprüfungen bei und nach dem MRT nötig.

In der Schwangerschaft ist das MRT nicht empfohlen, bei speziellen akut und dringend notwendigen Gründen aber möglich. Routine-Untersuchungen während der Schwangerschaft sollten nicht erfolgen.

Die MRT-Röhre ist eng, die Untersuchung selbst laut. Gerade Menschen mit Platzangst macht dies zu schaffen. Besprechen Sie vor der Untersuchung mit Ihrem Arzt, ob ein Beruhigungsmittel helfen könnte. Es gibt auch die Möglichkeit sogenannter offener MRTs, die mehr Platz und „Aussicht“ bieten. Allerdings ist die Qualität der Bilder bei offenen MRTs im Regelfall schlechter als die herkömmlicher MRTs.

Oft wird bei Multipler Sklerose bei MRT Untersuchungen ein Kontrastmittel injiziert. Bei Diagnosestellung und bei speziellen Fragestellung ist eine Kontrastmittel-Untersuchung wichtig. Bei Routinekontrollen im Krankheitsverlauf kann auf Kontrastmittel manchmal auch verzichtet werden. Ihr betreuender MS-Arzt wird Sie darüber aufklären und informieren!