Multiple Sklerose ist eine Erkrankung, die häufig im jungen Erwachsenenalter auftritt.

Oft stellt sich für die Betroffenen dann die Frage: ist die Erkrankung vererbbar? Soll ich deshalb lieber keine Kinder bekommen? Sind schon Kinder da, kommt auch immer wieder die Frage auf: sollen sich meine Kinder auf MS untersuchen lassen?

Multiple Sklerose ist keine „klassische“ Erbkrankheit, wie zum Beispiel Mukoviszidose oder Hämophilie. Das heißt, MS wird nicht direkt an die Nachfahren weitergegeben.
Genetische Faktoren spielen zwar eine Rolle – diese ist allerdings nur sehr klein. Weitergeben wird also nicht „die MS“, sondern nur eine gewisse Veranlagung für die Erkrankung.

In Zahlen ausgedrückt schaut dies so aus:

  • Das Risiko eine MS zu entwickeln liegt in der Gesamtbevölkerung bei ca. 0,1 bis 0,2%.
  • Ist ein Elternteil an MS erkrankt, so steigt das Risiko auf ca. 2%
  • Sind beide Eltern von der Krankheit betroffen besteht ein Risiko der Weitergabe von 20%
  • Bei eineiigen Zwillingen liegt das Risiko bei 25%

Im Umkehrschluss heißt dies aber auch: 98% der Kinder, deren Mutter oder Vater an MS erkrankt ist, entwickeln die Krankheit nicht!

Auch weiß man heutzutage, dass sehr viele Umweltfaktoren und äußere Einflüsse ein große Rolle bei der Entwicklung der Erkrankung spielen, zum Beispiel Rauchen oder Übergewicht. Hier kann man das individuelle Risiko günstig beeinflussen.

Kurzum: die Erkrankung MS sollte für sich betrachtet kein Grund sein auf den Kinderwunsch zu verzichten.
Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über Ihren Kinderwunsch, um alle Fragen bezüglich Schwangerschaft und MS klären zu können!