Immer mehr Unsicherheiten und Fragen zu Impfen gegen SARS-COV2 mit Multipler Sklerose erreichen uns.
Hier zusammengefasst die aktuellen Empfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie:
- Multiple Sklerose ist keine Kontraindikation gegen eine Impfung
- eine Impfung mit Totimpfstoffen ist bei bekannter MS uneingeschränkt möglich
- die in Österreich zugelassenen mRNA-Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna sind konzeptuell Totimpfstoffe und daher bei MS-Patienten möglich und empfohlen.
- der in Österreich zugelassen Vektorimpfstoff des Herstellers Oxford/AstraZeneca ist konzeptionell einem Totimpfstoff vergleichbar, eine Impfung bei MS-Patienten möglich und empfohlen.
- Eine Impfreaktion mit grippeähnlichen Symptomen (Fieber, Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit,…) ist möglich und kann bei MS Patienten ein sogenanntes Uthoff-Phänomen („Pseudoschub“) auslösen. Eine prophylaktische Einnahme eines NSAR sollte erwogen werden.
- Wenn möglich sollte eine Impfungen gegen SARS-COV2, so wie jede andere Impfung, zumindest 6 Wochen vor Beginn einer krankheitsmodifizierenden Therapie (DMT) verabreicht werden.
- Bei Impfung unter laufender Therapie kann – abhängig von der jeweiligen Therapie – das Ansprechen auf die Impfung eventuell vermindert sein. Dies gilt vor allem für Therapie mit Fingolimod/Siponimod und zell-depletierende Therapien (Rituximab, Ocrelizumab, Alemtuzumab, Cladribin). Bislang liegen hier allerdings erst begrenzte Daten vor.
- Bei zyklisch verabreichten immunsuppressiven Medikamenten (Rituximab, Alemtuzumab, Cladribin, Ocrelizumab) sollte eine Impfung frühestens 4 Monaten nach der letzten Gabe erfolgen.
Das vollständige Informationsschreiben der ÖGN finden Sie hier.