Regelmäßige Arztbesuche sind für fast alle MS-Patienten eine Notwendigkeit.

Der Gang zum Arzt des Vertrauens, der einem schon seit vielen Jahren kennt und betreut, ist Routine und braucht keine große Vorbereitung. Was aber, wenn ein Arztwechsel, ein neuer Arzt oder ein anderer Spezialist zum Einholen einer zweiten Meinung aufgesucht wird? Was sollte man alles mitnehmen? Wie bereite ich mich darauf vor?

Gleich mal vorweg: „Das ist doch eh alles im Computer oder in den Akten“ stimmt leider meistens nicht.

Selbst mit ELGA sind nicht alle wichtigen und notwendigen Unterlagen für den Arzt über den Computer abrufbar. Gerade Medikamentenlisten oder Bilder von MRT-Untersuchungen sucht man hier meist vergeblich. Auch bei anderen Arztbriefen oder medizinischen Dokumenten sollte man sich nicht darauf verlassen, dass sie elektronisch verfügbar sind.

Es empfiehlt sich immer, all diese Unterlagen zu einem „neuen“ Arzt mitzubringen:

  • Arztbriefe und Briefe von Kontrollen: nehmen Sie am Besten alle Unterlagen mit, die Sie zu Hause noch finden – nicht nur die von der letzten Arztkontrolle. Vor allem die Unterlagen von Diagnosestellung und Therapiewechseln und -entscheidungen sind hier von besonderem Interesse. Ob fein säuberlich geordnet oder nicht, das ist nicht so wichtig. Der Arzt hat viel Routine darin in kurzer Zeit die wichtigen Unterlagen herauszufischen.
  • MRT-Untersuchungen: MRT-Befunde und Bilder sind für den MS-Arzt besonders wichtig. Nehmen Sie auch hier alle noch auffindbaren Bilder mit, nicht nur die letzten. Gerade der Verlauf der MRT-Veränderungen von Diagnosestellung bis jetzt ist für den Arzt wichtig. Und: nicht nur die Befunde sind interessant. Achten Sie darauf auch die Bilder – in ausgedruckter Form oder als CD – mitzubringen.
  • eine aktuelle Medikamentenliste. Sollten Sie in der Vergangenheit schon verschiedene MS-Medikamente eingenommen haben, empfiehlt es sich auch hier eine Liste mit (ungefährem) Start- und Stoppdatum anzufertigen. Auch der Grund für einen Medikamentenstopp wird der Arzt wissen wollen.
  • im Idealfall: Impfpass. Nicht nur im Bezug auf eine Corona-Impfung kann der Impfstatus von Interesse sein.
  • Denken Sie Ihre eigene Krankengeschichte nochmals kurz durch: wann hatte ich die ersten Symptome? Welche Beschwerden hatte ich damals? Wann kam der nächste Schub? Wie verlief die Therapie?
    Der Arzt möchte normalerweise Ihre persönliche Krankengeschichte kurz von Ihnen selber hören. Was welcher Arzt wann wo gesagt hat und wie viele verschiedene Ärzte Sie deshalb schon aufgesucht haben ist hier nicht so wichtig. Der Arzt wird konkret nachfragen, sollte er die Information benötigen.
  • Machen Sie sich eine Liste: Was will ich wissen? Was ist mir wichtig? Im Arztgespräch werden manche Fragen im Trubel dann vergessen. Eine kleine Merkliste kann hier helfen. Und seinen Sie gewiss: alle Fragen sind erlaubt!