Mit Siponimod (Handelsname Mayzent®) erhielt am 13.1.20 das erste orale Medikament die Zulassung zur Behandlung der aktiven sekundär chronisch progredienten MS durch die Europäische Kommission.

Nach vielen Jahren eines schubförmigen Verlaufes geht die Erkrankung be vielen Patienten irgendwann in die sekundär progrediente Verlaufsform über. Anstatt von Krankheitsschüben kommt es hier zu einer sehr langsamen schleichenden Verschlechterung von Krankheitssymptomen wie zum Beispiel der Gehfähigkeit. Viele im schubförmigen Verlauf erfolgreich eingesetzte Medikamente sind bei SPMS kaum oder gar nicht mehr wirksam und nicht zugelassen. Bislang standen für Patienten mit SPMS nur wenige Therapieoptionen zur Verfügung.

Mit Siponimod, einer Weiterentwicklung des schon bekannten Medikamentes Fingolimod, steht nun eine neue Therapiemöglichkeit zur Verfügung. Allerdings ist Siponimod auch nur für die aktiven Verläufe der SPMS zugelassen. Eine aktive SPMS kennzeichnet sich durch Schübe oder Merkmale entzündlicher Aktivität in der Bildgebung.

In der  EXPAND-Studie, einer doppelt verblindeten, multizentrischen Studie, zeigte Siponimod im Vergleich zu Placebo eine statistisch signifikante Wirkungen. Bei Patienten mit aktiver SPMS konnte das Fortschreiten der MS signifikant verzögert werden. So reduzierte sich das Risiko eines bestätigten Fortschreitens der Behinderung nach drei Monaten um 31 % und nach sechs Monaten um 37 %. Auch bei den mittels MRT gemessenen Läsionen und der Abnahme des Hirnvolumens zeigte die mit dem Medikament behandelte Gruppe eine Verbesserung im Vergleich zu Placebo.

Bevor Siponimod in den Erstattungskodex der Sozialversicherung aufgenommen wird und somit auf Rezept erhältlich ist, muss ein Antragsverfahren in Österreich absolviert werden. Das heißt, dass es bis zur tatsächlichen Verfügbarkeit in Österreich noch dauern kann. Wir halten Sie am Laufenden!

Quellen: EU-Kommission, 13.01.2020; Pressemitteilung von Novartis, 20.01.2020.