Mein Dämon ist ein Stubenhocker

von Maximilian Dorner
Zabert Sandmann Verlag, 2008; ISBN 3898831981

Maximilian Dorner ist ein deutscher Autor und Regisseur. Er ist selbst an Multipler Sklerose erkrankt und auf Gehhilfen angewiesen. Seit der Diagnosestellung 2006 beschäftigte er sich auch in seinen Büchern mit der Erkrankung MS.

So auch in dem 2008 erschienenem Buch “ Mein Dämon ist ein Stubenhocker„. In Tagebuchform gibt Dorner Einblicke in 3 Monate seines Lebens mit fortschreitender Multipler Sklerose. 
Sprachgewandt und bisweilen philosophisch schreibt er über Behinderung, dem Umgang der Gesellschaft mit Behinderten und die Mühen des Alltags. So wird etwa der Besuch einer Wohnung im 2., liftlosen Stock zu einem Kraftakt der Sonderklasse.

Mit großer Authentizität schreibt Max Dorner über die irritierten Blicke Gleichaltriger beim Anblick seines Stockes, über die lähmende Müdigkeit, die andere oft verständnislos zurücklässt, und über die Überwindung, die es kostet, als junger Mann Inkontinenzeinlagen kaufen zu müssen.

Das sprachliche Können und nicht zuletzt der Humor des Autors lassen uns daran teilhaben — und machen das Lesen zum Vergnügen.

Fazit: Die nicht immer ganz einfach Lektüre besticht durch Offenheit und Wortwitz. Max Dorner bringt seine Leser sowohl zum Nachdenken als auch zum Schmunzeln. Vor uns liegt hier kein positives Selbsthilfebuch (Marke „Glücklich Leben mit MS“) sondern das ehrliche Tagebuch eines gehbehinderten MS-Betroffenen, das sich durch sprachlichen Witz gepaart mit Selbstironie auszeichnet und keine Rücksicht auf Tabus nimmt.