Langzeittherapie

Ziel der Langzeittherapie ist es, die Häufigkeit von MS-Schüben zu reduzieren und die Zunahme von neurologischen Ausfällen so gut wie möglich zu verhindern. Der Verlauf der Krankheit soll langfristig beeinflusst werden, deshalb spricht man auch von „verlaufsmodifizierender“ Therapie.

MS-Medikamente der Langzeittherapie

Für die verlaufsmodifizierende Therapie stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, alle mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen:

  • Interferon-beta 1a (Avonex®) 1 Mal pro Woche, Injektion intramuskulär
  • Interferon-beta 1a (Rebif®) 3 Mal pro Woche, Injektion subkutan
  • Peginterferon-beta 1a (Plegridy®) alle 14 Tage, Injektion subkutan
  • Interferon-beta 1b (Betaferon®) jeden 2. Tag, Injektion subkutan
  • Glatirameracetat (Copaxone®) 1 Mal täglich, Injektion subkutan
  • Glatirameracetat (Perscleran®) 1 Mal täglich, Injektion subkutan
  • Teriflunomid (Aubagio®) 1 Mal täglich, Tablette
  • Dimethylfumarsäureester (Tecfidera®) 2 Mal täglich, Kapsel
  • Natalizumab (Tysabri®) alle 6 Wochen, Infusion
  • Fingolimod (Gilenya®) 1 Mal täglich, Kapsel
  • Alemtuzumab (Lemtrada®): im ersten Behandlungsjahr an insgesamt 5 Tagen, im zweiten Behandlungsjahr an insgesamt 3 Tagen, Infusion
  • Cladribin (Mavenclad®): Monat 1 und 2 (erstes Jahr) sowie Monat 13 und 14 (zweites Jahr) — abhängig von der nötigen Tablettenanzahl — an 4 oder 5 Tagen, Tablette
  • Ocrelizumab (Ocrevus®): 600 mg als Infusion, bei Erstgabe aufgeteilt in 2 Einzeldosen im Abstand von 14 Tagen, in halbjährlichem Abstand

Die Entscheidung zum Therapiebeginn und die Festlegung auf eines der möglichen Medikamente erfolgt gemeinsam mit Ihrem behandelnden Neurologen, der sie auch detailliert über die Wirkung und die möglichen Nebenwirkungen der einzelnen Präparate aufklären wird.

Bei allen der angeführten Medikamenten sind regelmäßige Kontrollen bei Ihrem MS-Spezialisten notwendig.