Spastik ist ein häufiges Symptom bei Multipler Sklerose. Man versteht darunter eine erhöhte Muskelspannung, die zu Schmerzen und einer Einschränkung der Beweglichkeit führen kann.

Welche Therapien helfen bei Spastik und eingeschränkter Mobilität?

Der wichtigste Grundstein der Therapie bei Spastik und eingeschränkter Mobilität ist regelmäßige Physiotherapie. Durch spezielle Übungen, entsprechendes Training und eventuell das Anpassen von Gehhilfen können hier gute Erfolge erzielt werden.

Es stehen auch verschiedene Medikamente zur Verfügung:

  • Muskelentspannende Medikamente wie Baclofen (Lioresal®) oder Tizanidin (Sirdalud®) können bei starker Ausprägung der Beschwerden unterstützend eingesetzt werden.
  • Bei massiver behindernder Spastik vor allem der Beine kann Baclofen auch intrathekal (direkt in den Wirbelkanal) mit einer implantierten Pumpe verabreicht werden. Nach Austestung der Wirksamkeit wird die Pumpe in einer neurochirurgischen Operation implantiert, regelmäßige Kontrollen und Befüllungen der Pumpe über die Ambulanz sind notwendig. Diese Methode wird nur an speziell ausgebildeten Zentren angeboten (in Niederösterreich ist dies u.a. das Universitätsklinikum St. Pölten).
  • Sativex® ist ein Cannabis-Extrakt, welches als Spray in die Mundhöhle verwendet wird. Seit Februar 2012 ist das Medikament zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Spastik, die auf andere Medikamente unzureichend angesprochen hat, zugelassen. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen erfolgt derzeit allerdings nicht, ein Antrag der Herstellerfirma läuft.
  • Fampridin (Fampyra®) ist ein Medikament, das zur Verbesserung der Gehfähigkeit eingesetzt wird. Zugelassen ist Fampyra® für Patienten, die ohne Hilfe nicht weiter als 500 Meter gehen können, aber nicht komplett an den Rollstuhl gebunden sind (EDSS von 4 bis 7). Da nur ca. 30% der Patienten von dem Medikament profitieren, muss vor einer dauerhaften Verschreibung das Ansprechen in einem Therapieversuch überprüft werden. Bei positivem Ansprechen kann eine erhöhte Gehgeschwindigkeit um bis zu 25% erreicht werden. Derzeit wird das Medikament von den Krankenkassen nur in speziellen Einzelfällen bewilligt.