Was sind Interferone?

Interferone sind natürlich im Körper vorkommende Botenstoffe, die regulierend ins Immunsystem eingreifen. Im Bereich der Multiplen Sklerose werden sowohl Interferon-beta 1b und Interferon-beta 1a seit Mitte der 1990er Jahre mit gutem Erfolg eingesetzt.

Welche Präparate gibt es zur Interferon-Therapie in Österreich?

In Österreich stehen 3 verschieden Präparate zur Verfügung.

  • Interferon-beta 1a (Avonex™) 30 µg alle 7 Tage i.m.
  • Interferon-beta 1a (Rebif®) 22 µg 3x/Woche oder 44 µg 3x/Woche s.c.
  • Interferon-beta 1a (Plegridy®) 125 µg alle 14 Tage s.c.
  • Interferon beta 1b (Betaferon®) 250 µg alle 2 Tage s.c.

Sowohl die Injektionen s.c. (subkutan; unter die Haut) als auch die Injektionen i.m. (intramuskulär; in den Muskel) können – und sollen! – vom Patienten nach einer entsprechenden „Spritzenschulung“ selbst durchgeführt werden.

Gibt es Nebenwirkungen bei Interferon-Therapie?

Häufige Nebenwirkungen sind grippeähnliche Symptome(Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Fieber) unmittelbar nach der Injektion.

Daher wird empfohlen, die Injektion am Abend zu verabreichen, sodass man die Symptome „überschlafen“ kann. Auch die zusätzliche Einnahme eines Schmerzmittels vor der Injektion (z.B. Ibuprofen) kann hier Linderung verschaffen.

Ein häufiges Problem bei s.c.-Injektion sind auch Hautreaktionen. Im Bereich der Einstichstelle treten dabei rote Flecken auf. Diese können bis zu mehreren Tagen oder Wochen bestehen bleiben.

Die Hautreaktionen sind zwar kosmetisch störend, aber harmlos. Durch eine gute Injektionsschulung können diese Beschwerden manchmal gelindert werden. Selten können sich aus den Flecken Geschwüre entwickeln. Gute Hygiene und sorgfältiges und achtsames Verabreichen der Injektionen sind daher unbedingt notwendig.