Was ist Natalizumab?

Natalizumab ist ein monoklonaler Antikörper. Das Medikament wirkt an der Blut-Hirn-Schranke und verhindert das Übertreten von weißen Blutkörperchen in das Gehirn.

Natalizumab ist seit 2005 für die Behandlung der Multiplen Sklerose zugelassen.

Welche Präparate gibt es zur Natalizumab-Therapie in Österreich?

Natalizumab ist unter dem Namen

  • Tysabri® 300 mg Infusion intravenös alle 4–6 Wochen

in Österreich erhältlich.

Natalizumab ist für Patienten mit hochaktiver, schubförmiger Multipler Sklerose zugelassen. Dies betrifft sowohl Patienten, die trotz einer Langzeitbehandlung hohe Krankheitsaktivität aufweisen, als auch Patienten mit rasch fortschreitender schubförmig verlaufender MS (auch wenn sie noch keine Langzeittherapie erhalten haben).

Die Infusion wird die erste 3 Mal ambulant im MS-Zentrum verabreicht. Die weiteren Infusionen können im Einzelfall je nach Krankenkassenzugehörigkeit nach Bewilligung über den Hausarzt erfolgen. Regelmäßige Kontrollen im MS-Zentrum sind verpflichtend.

Gibt es Nebenwirkungen bei Natalizumab-Therapie?

Die Infusion wird meistens sehr gut vertragen, selten können Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit als Nebenwirkung auftreten. Sehr selten kann es direkt nach der Infusion zu einer allergischen Reaktion kommen, die vom Arzt behandelt werden muss. Die vorgeschriebene Nachbeobachtungszeit von 1 Stunde nach der Infusion sollte deshalb unbedingt eingehalten werden.

Als gefährlichste Nebenwirkung besteht bei der Therapie ein geringes Risiko einer Entwicklung der sogenannten PML (progressive multifokale Leukencephalopathie). Es handelt sich dabei um eine schwerwiegende Gehirnentzündung, die im schlimmsten Fall sogar tödlich verlaufen kann. Die genaue Abschätzung des individuellen Risikos vor Therapiebeginn und eine ausführliche Aufklärung des Patienten ist daher sehr wichtig.

Ihr behandelnder Neurologe informiert Sie über weitere Details.