Was ist Cladribin?

Cladribin ist ein selektives Immunsuppressivum, welches zu einer reversiblen Reduktion von B- und T-Lymphozyten führt. Die angeborene Immunabwehr bleibt durch das Medikament unbeeinträchtigt.

Cladribin ist seit 2018 in Europa zur Multiple Sklerose-Behandlung zugelassen.

Welche Präparate zur Cladribin-Therapie gibt es in Österreich?

Cladribin ist in Österreich unter dem Namen

  • Mavenclad® 10 mg Tablette verfügbar.
    Die Dosierung ist abhängig vom Körpergewicht. Im ersten Behandlungsjahr wird die Tablette im ersten Monat — abhängig von der nötigen Tablettenanzahl — an 4 oder 5 Tagen eingenommen. Diese Einnahme wird im 2. Monat sowie nach 1 Jahr (Monat 12 und 13) wiederholt.

Cladribin ist für die Behandlung von Erwachsenen mit hochaktiver schubförmig-remittierender MS (RRMS), bei denen während einer mindestens einjährigen krankheitsmodifizierenden Therapie in den vergangenen 12 Monaten

  • mindestens 1 Schub und mindestens eine KM-speichernden Läsion bzw. mindestens 9 MS-Läsionen im Schädel-MRT oder
  • 2 oder mehr Schübe

auftraten.

Gibt es Nebenwirkungen bei Cladribin-Therapie?

Cladribin führt zu einer Abnahme der weißen Blutkörperchen (Lymphozyten). Eine ausgeprägte Abnahme (Lymphopenie) kann zu einem erhöhtem Infektionsrisiko führen. Regelmäßige Blutbildkontrollen sind daher notwendig. Insbesondere ist das Risiko, an einer Gürtelrose (Herpes Zoster) zu erkranken, ist erhöht.

Ihr behandelnder Arzt informiert Sie zu weiteren Details.

Mehr Informationen zum Medikament finden Sie auch im Patientenhandbuch Cladribin des Kompetenznetz Multiple Sklerose KKMS, hier als PDF zum downloaden