Ernährung und die Lust am Essen ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. Dazu gehört auch, sich Gedanken um eine gesunde Ernährung zu machen.

Gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen, wie der Multiplen Sklerose, versuchen oft durch gesunde Ernährung positiven Einfluss auf ihre Erkrankung zu nehmen.

Auch wenn wissenschaftlich nicht einwandfrei bewiesen, wird ein Einfluss von Fettsäuren auf Entzündung bei Multipler Sklerose vermutet.

Fette sind ein wichtiger Energiespeicher und essentieller Bestandteil vieler Botenstoffe und Zellteile. Fettsäuren können in einfach gesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren unterteilt werden.

Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren werden nochmals unterteilt in Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure und Arachidonsäure) und Omega-3-Fettsäuren (α-Linolensäure, EPA, DHA).
Omega-6-Fettsäuren werden im Körper zur Herstellung entzündungsfördernder Botenstoffe, Omega-3-Fettsäuren für entzündungshemmende Botenstoffe verwendet.

Eine Reduktion der Zufuhr von Omega-6-Fettsäuren zugunsten von Omega-3-Fettsäuren ist daher gerade bei Multipler Sklerose anstrebenswert.

Weniger Omega-6-Fettsäuren

Omega-6-Fettsäuren sind vor allem in fettreichen tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Innereien und Eiern vorhanden. Je magerer ein Fleischprodukt ist, umso weniger Arachidonsäure ist enthalten. Pflanzliche Lebensmittel sind frei von Arachidonsäure. Milch und Milchprodukte enthalten nur geringe Mengen.

Mehr Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren können dem Körper über hochwertige Pflanzenöle (Lein-, Raps-, Soja- und Walnussöl) zugeführt werden. Auch Meeresfische enthalten einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren.

Empfehlenswerte Fischarten sind z.B.: Hering, Makrele, Sprotte, Lachs, Kabeljau, Wels, Karpfen und Bachsaibling. Hier ist das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren besonders günstig.

Auch Walnüsse und Sojasprossen haben ein sehr günstiges Fettsäuren-Verhältnis.

Empfehlungen für den persönlichen Alltag

  • 2x pro Woche fetten Fisch wie oben aufgeführt
  • hochwertige pflanzliche Öle wie zB Rapsöl zum Braten, Lein-, Leindotter-, Walnuss- oder Hanföl für die kalte Küche
  • Reduktion von Fleisch und Wurstprodukten: 2x pro Woche ist ausreichend, Umsteigen auf magere Fleisch- und Wurstsorten
  • auch Walnüsse haben ein günstiges Fettsäurenverhältnis und eigenen sich so gut als Sack für zwischendurch

Zu guter Letzt: trotz aller Ernährungsempfehlungen sollte keinesfalls die Freude und Lust am Essen und Genießen verloren gehen.
Auch wenn der Einzelne vielleicht nicht jede Empfehlung umsetzten kann oder will – nicht jeder mag zum Beispiel Fisch – so sind sicher für jeden interessante und machbare Anregungen dabei.

Quelle: ÖGE, Empfehlungen der gesunden Ernährung
Ernährung und Multiple Sklerose, ÖMSG/Novartis