Immer wieder werden wir mit Fragen zum Thema Risikogruppen und Risikogruppenfreistellung und MS konfrontiert. Hier ein paar Antworten zu häufigen Fragen:

Ich habe MS. Gehöre ich automatisch zur Risikogruppe für einen schweren COVID-19 Krankheitsverlauf?

Nein. Die Krankheit Multiple Sklerose an sich ist kein spezielles Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.
Bestimmte MS-spezifische Medikamente, andere Vorerkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck oder Diabetes, das Alter und eingeschränkt Mobilität durch die MS-Erkrankung können aber sehr wohl dazu führen, dass man zur Risikogruppe zählt. Die Einschätzung des individuellen Risikos besprechen Sie am besten mit ihrem behandelnden Neurologen, der ihren Krankheitsverlauf und ihre Medikamente kennt. Weiter Informationen zum Risiko unter den einzelnen MS-spezifischen Medikamenten finden Sie hier.

Ich habe keinen Brief vom Dachverband der Sozialversicherungen bekommen bzgl. Risikogruppe. Kann ich trotzdem ein COVID-19-Risikoattest bekommen?

Ja. Die Entscheidung über die Ausstellung eines Risikoattestes liegt beim behandelnden Arzt. Auch wenn Sie kein Informationsschreiben zugesendet bekommen haben, können Sie die Ausstellung eines solchen Attestes beim Arzt beantragen. Wenden Sie sich im Zweifel an Ihren behandelnden Arzt.

Ich habe einen Brief vom Dachverband der Sozialversicherungen bekommen, dass ich möglicherweise zur Risikogruppe zähle. Ich gehöre aber meiner Meinung nach nicht dazu. Was tun?

Die Entscheidung über die Zugehörigkeit zur Risikogruppe liegt beim behandelnden Arzt. Im Zweifel besprechen Sie Ihr individuelles Risiko immer mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ich habe ein COVID-19- Risikoattest bekommen. Muss ich meinen Arbeitgeber darüber informieren?

Nein. Es gibt keine Verpflichtung dies mitzuteilen.
Bei entsprechend schweren Vorerkrankungen ist jede Risikoreduktion allerdings sehr zu empfehlen!

Bin ich automatisch freigestellt wenn ich zur Risikogruppe gehöre?

Nein. Anspruch auf Freistellung besteht nur dann, wenn die Arbeit nicht im Rahmen von Homeoffice erbracht werden kann oder durch entsprechende Maßnahmen am Arbeitsplatz eine Ansteckung nicht nahezu ausgeschlossen werden kann.

Was, wenn mich mein Arbeitgeber kündigt aufgrund der Risikogruppenfreistellung?

Das Gesetz sieht einen Kündigungsschutz für Risikopersonon, die aufgrund des COVID-19-Risikoattestes freigestellt sind, vor. Im Falle einer Kündigung kann die bei Gericht angefochten werden. Nehmen Sie Beratungsangebote, zum Beispiel der Arbeiterkammer, in Anspruch!

Mein Anghöriger gehört zur Risikogruppe. Habe ich Anrecht auf Freistellung um meinen Angehörigen nicht zu gefährden?

Nein. Leider ist dies im Gesetz nicht vorgesehen. Natürlich können Sie aber mit Ihrem Dienstgeber sprechen, um eventuell eine individuelle Lösung zu finden.

Quelle: Bundesgesetz, Verordunung des Gesundheitsministeriums, Arbeiterkammer NÖ