Zuschüsse und Vergünstigungen für Menschen mit Behinderung sind nur unter dem Nachweis einer Gehbehinderung möglich. Als amtlichen Nachweis dafür können Sie folgende Dokumente verwenden:

Während Förderungen und Zuschüsse üblicherweise Geldleistungen sind, die Anschaffungen für Beruf oder Ausbildung erleichtern, sind Vergünstigungen in der Regel Steuervorteile wie z.B. Freibeträge.

[Bei den Förderungen und Vergünstigungen gibt es einerseits Förderungen, die auf einen beruflichen Kontext bzw. eine Ausbildung bezogen sind. Und andererseits gibt es Vergünstigungen, welche sich in Form von Steuerfreibeträgen oder sonstigen Vergünstigungen äußern.]

Zuschüsse für Erwerbstätige

Folgende Förderungen des Sozialministeriumservice sind nur Personen zugänglich, die für Beruf oder Ausbildung ein eigenes Auto anschaffen müssen. Allgemeine Voraussetzung neben dem Nachweis der Gehbehinderung ist darüber hinaus der:

  • Feststellbescheid über die „Zugehörigkeit zum Personenkreis der begünstigten Behinderten“ (Schüler ab 15 Jahren und Studenten benötigen diesen Bescheid nicht)

Zuschuss zum Führerscheinerwerb

Personen mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50%, die (bei Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel) zum Erreichen des Arbeitsplatzes auf ein Auto angewiesen sind, kann ein Zuschuss zur Erlangung der Lenkerberechtigung gewährt werden.

Höhe des Zuschusses: maximal 50% der Kosten

Antrag und Informationen auf der Seite des Sozialministeriumservices.

Zuschuss zum Erwerb eines Autos

Gekaufte, geleaste und führerscheinfreie Fahrzeuge können gefördert werden.

Neben dem Nachweis der Gehbehinderung und der „Zugehörigkeit zum Personenkreis der begünstigten Behinderten“ sind hier auch Einkommensgrenzen zu berücksichtigen. Zudem muss ein Behinderungsgrad von mindestens 50% vorliegen.

Ebenso ist zu beachten, dass die Rechnung und die Zulassung des neu erworbenen Fahrzeuges auf den Antragsteller bzw. die Antragstellerin ausgestellt werden muss. Dies ist auch Voraussetzung, wenn diese Person nicht selbst fährt bzw. nicht selbst fahren kann! Wenn kein eigener Führerschein vorliegt, so muss nachvollziehbar sein, dass das Auto überwiegend für die Person mit Gehbeeinträchtigung verwendet wird.

Informationen zur Höhe des Zuschusses, der Einkommensgrenzen und den Antrag finden Sie auf der Seite des Sozialministeriumservices.

Zuschüsse für nicht Erwerbstätige

Mobilitätszuschuss (nur für Niederösterreich)

Der Mobilitätszuschuss ist ein Zuschuss zum behinderungsbedingten Mehraufwand im Privatbereich für begünstigte Behinderte, die nicht im Erwerbsleben stehen.

Informationen zu den Vorraussetzungen und das Antragsformular finden Sie hier.

Steuervergünstigungen

Monatlicher Freibetrag

Bei Nachweis einer Gehbehinderung mit Unzumutbarkeit der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel (Nachweis z.B. durch Befreiungsbescheid von der motorbezogenen Versicherungssteuer, Ausweis gemäß § 29b StVO oder Behindertenpass mit der Feststellung der Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel) gibt es einen Freibetrag von 190 Euro monatlich, sofern sie für private Fahrten ein eigenes Fahrzeug benötigen. Der jeweilige Nachweis ist auf Verlangen des Finanzamtes vorzulegen.

Die Kosten einer behindertengerechten Adaptierung des Kraftfahrzeuges können nicht geltend gemacht werden. Wenn die Grundvoraussetzungen für die Berücksichtigung des Freibetrages für ein Kraftfahrzeug erfüllt sind, die körperbehinderte Person aber über kein eigenes Kraftfahrzeug verfügt, dann können tatsächliche Kosten für Taxifahrten bis maximal 153 Euro monatlich geltend gemacht werden (Rechnungen aufbewahren!).

Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer

Menschen mit Behinderung können sich von der motorbezogenen Versicherungssteuer (früher KFZ-Steuer) für ein auf sie zugelassenes Kraftfahrzeug befreien lassen.

Dabei gelten folgende Voraussetzungen:

  • Zulassung des Kraftfahrzeuges ausschließlich auf die betroffene Person.
  • Stellung eines Antrages auf Befreiung beim Versicherungsunternehmen mit Formular Kr21.
  • Das Kraftfahrzeug muss hauptsächlich zur persönlichen Fortbewegung der körperbehinderten Person und zur Haushaltsführung verwendet werden.
  • Nachweis der Körperbehinderung durch
    • einen Ausweis nach § 29b StVO oder
    • eine Eintragung im Behindertenpass über die Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel.

Die notwendigen Unterlagen (Antragsformular, Nachweis der Behinderung und Zulassungsbescheinigung) reichen Sie bei Ihrer Versicherung ein. Diese leitet dann Ihren Antrag an das zuständige Finanzamt weiter.

Das Abgabenformular finden Sie hier.

Gratisvignette

Anrecht auf eine Gratis-Autobahnvignette haben Personen mit Behindertenpass und der Zusatzeintragung „Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel wegen dauerhafter Mobilitätseinschränkung aufgrund einer Behinderung“. Das Auto muss dabei auf die behinderte Person zugelassen sein.

Personen, die nach den Aufzeichnungen des Sozialministeriumservice Anspruch auf eine Gratis-Autobahnvignette haben, werden rechtzeitig vor Ablauf der Gültigkeit der Jahresvignette schriftlich informiert und zur Antragstellung eingeladen.

Eine Rückerstattung der Kosten bei bereits gekaufter Vignette ist unter oben genannten Voraussetzungen möglich. Der Antrag ist bei den Landesstellen der Sozialministeriumservices erhältlich und muss direkt an die ASFINAG gestellt werden.

Nähere Informationen zum Herunterladen finden Sie auch hier.

Ermäßigte Sondermauten

Auf den österreichischen Sondermautstrecken – Pyhrn-Autobahn (A 9), der Tauern-Autobahn (A 10) und der Arlberg-Schnellstraße (S 16) – können mit dem Parkausweis nach § 29b StVO und einem speziell für behinderte Lenker adaptierten Fahrzeug (oder der Einschränkung des Führerscheins auf zumindest Automatik-Pkw) bei der Asfinag Maut Service GmbH eine Jahreskarte um 7 Euro beantragt werden (gilt nicht auf der Karawankenautobahn).

Auch auf anderen Maut- und Alpenstraßen gibt es Ermäßigungen. Es gelten unterschiedliche Voraussetzungen, nähere Informationen erhalten Sie bei der jeweiligen Mautgesellschaft. (Quelle: ÖAMTC)

Ermäßigte ÖAMTC/ARBÖ – Mitgliedschaft

Bei Nachweis einer Behinderung (möglich durch Parkausweis nach § 29b StVO, Behindertenpass mit Zusatzeintragung „Unzumutbarkeit der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel“, Einschränkung der Lenkberechtigung gemäß § 8 Abs. 3 FSG oder Bestätigung bzw. Bescheid über die Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer) ist der Mitgliedsbeitrag bei den Autoclubs ARBÖ und ÖAMTC ermäßigt.

Der ÖAMTC bietet außerdem eine spezielle Beratung für Mitglieder mit Behinderung an. Schwerpunkte sind

Ansprechpartner für Wien/Niederösterreich/Burgenland ist

Barbara Reiter
Stützpunkt Schanzstraße
1150 Wien, Schanzstraße 44
Tel. (01) 981 20 10183
Fax (01) 981 20 20 10183
Email [email protected]

Auch Anfragen per Email an [email protected] sind möglich.